KI für Lehrer: Die besten KI-Tools 2026 im Überblick
Welche KI für Lehrer lohnt sich 2026? Kostenlose KI-Angebote der Bundesländer, Tools für Unterricht und Klausurkorrektur, mit Datenschutz-Check.
Sonntagabend, ein Stapel Klausuren, und die Korrektur der letzten Arbeit dauert genauso lange wie die der ersten. Kaum eine Aufgabe im Lehrerberuf frisst so viel Zeit, und kaum eine wird so oft als Grund für volle Wochenenden genannt.
KI für Lehrer ist 2026 kein Experiment mehr. Die Bundesländer stellen eigene, kostenlose KI-Assistenten bereit, Schulplattformen haben KI-Funktionen eingebaut, und für die Korrektur gibt es spezialisierte Werkzeuge. Doch nicht jede KI eignet sich für jede Aufgabe, und bei der Notengebung ist der Spielraum für Fehler am kleinsten. Dieser Überblick zeigt, welche KI-Tools für Lehrkräfte sich wofür lohnen, was beim Datenschutz zu beachten ist und wie Sie Klausuren mit KI korrigieren, ohne die Kontrolle abzugeben.
Kurz gesagt
Für Unterrichtsideen, Arbeitsblätter und Elternbriefe ist die kostenlose KI Ihres Bundeslandes meist die beste und datenschutzrechtlich sicherste Wahl. Für die Korrektur brauchen Sie ein spezialisiertes Tool, das konsistent entlang Ihres Erwartungshorizonts bewertet und jede Einschätzung belegt. Die Note setzen immer Sie.
KI-Tools für Lehrer 2026 auf einen Blick
| Einsatzbereich | Beispiele | Kosten | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|---|
| Unterrichtsvorbereitung, Material, Elternbriefe | AIS.chat (ehemals telli), ByLKI, F13, KIMADU, emuKI | Kostenlos über das Bundesland | Keine Namen oder Noten von Schülern eingeben |
| Schulplattformen mit KI-Funktionen | fobizz, schulKI | Landes-, Schul- oder Einzellizenz | Fragen Sie, ob Ihr Land oder Ihre Schule eine Lizenz hat |
| Allgemeine Chatbots | ChatGPT, Claude, Gemini | Kostenlos bis Abo | Nur ohne personenbezogene Daten, nicht für Noten |
| Feedback an Schüler | FelloFish | Landeslizenzen in Pilotländern | Feedback vor der Weitergabe prüfen |
| Korrektur von Klausuren und Klassenarbeiten | MarkInMinutes und weitere spezialisierte Anbieter | Pro Bewertung oder Lizenz | Konsistenz, Erwartungshorizont, Belege, AVV |
Kostenlose KI für Lehrer: die Angebote der Bundesländer
Die wichtigste Entwicklung der letzten zwei Jahre: Lehrkräfte müssen für KI nicht mehr privat bezahlen oder auf Dienste mit unklarem Datenschutz ausweichen. Die meisten Länder stellen inzwischen eigene Werkzeuge bereit; einen aktuellen Überblick bietet das Deutsche Schulportal (öffnet sich in einem neuen Tab).
- AIS.chat (bis Mai 2026 „telli“): Der KI-Chatbot wurde im Auftrag der Länder vom FWU entwickelt und wird aus dem DigitalPakt Schule finanziert. Er steht in vielen Bundesländern kostenlos zur Verfügung. Im Mai 2026 wurde telli aus markenrechtlichen Gründen umbenannt; die Funktionen blieben gleich. Lehrkräfte entwickeln damit Unterrichtsideen, erstellen Arbeitsblätter oder bereiten Elternbriefe vor.
- ByLKI (Bayern): Bayerische Lehrkräfte erhalten kostenlos Zugang zu verschiedenen Sprachmodellen, ergänzt um Werkzeuge wie einen Präsentations- und einen Quizgenerator.
- F13 (Baden-Württemberg): Der KI-Assistent basiert auf Open-Source-Sprachmodellen und steht allen Lehrkräften mit Zugang zu SCHULE@BW zur Verfügung, etwa für Chat, Zusammenfassungen und die Arbeit mit Dokumenten.
- KIMADU (Nordrhein-Westfalen): didaktische KI-Agenten, die gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern entwickelt wurden.
- emuKI (Sachsen-Anhalt): ein Landeswerkzeug für Unterrichtsplanung, Materialerstellung und Schulkommunikation.
Welches Angebot gilt bei Ihnen?
Welche Werkzeuge an Ihrer Schule freigegeben sind, entscheiden Land, Schulträger und Schulleitung. Fragen Sie im Zweifel Ihre Medienberatung. Ein freigegebenes Landesangebot ist fast immer die sicherste Wahl.
Schulplattformen mit KI: fobizz, schulKI und Co.
Neben den Landesangeboten haben sich kommerzielle Plattformen etabliert, die KI-Funktionen speziell für den Schulalltag bündeln:
- fobizz aus Hamburg kombiniert KI-Assistenten für Text und Bild mit Fortbildungen für Lehrkräfte. Einige Länder haben Landeslizenzen abgeschlossen, ansonsten gibt es Schul- und Einzellizenzen.
- schulKI (Teil von Schulverwalter) bietet Chatbots sowie Text- und Bilderstellung, auch für Schülerinnen und Schüler ohne eigene Registrierung.
- FelloFish konzentriert sich auf Feedback: Das Tool gibt Schülerinnen und Schülern individuelle Rückmeldungen zu Texten und Aufgaben und wird in einzelnen Ländern über Landeslizenzen erprobt.
ChatGPT, Claude und Gemini: stark, aber nicht für Schülerdaten
Allgemeine Chatbots sind hervorragend, um Ideen zu sammeln, Aufgaben zu differenzieren oder einen ersten Entwurf für einen Erwartungshorizont zu formulieren. Zwei Grenzen sollten Sie jedoch kennen.
Erstens der Datenschutz. Das Kultusministerium Baden-Württemberg (öffnet sich in einem neuen Tab) hält es für unzulässig, ChatGPT-Konten mit personenbezogenen Daten von Schülerinnen und Schülern anzulegen. Namen, Noten und andere personenbezogene Daten gehören grundsätzlich nicht in allgemeine Chatbots.
Zweitens die Konsistenz. Wer eine Arbeit zweimal in ChatGPT bewerten lässt, erhält oft zwei verschiedene Noten. In unserem eigenen Benchmark vom Februar 2026 mit 72 Bewertungsdurchläufen vergab ChatGPT nur in 31,2 % der Fälle bei wiederholter Bewertung exakt dieselbe Notenstufe (Ergebnisse auf Englisch). Für Noten, die Sie gegenüber Schülern und Eltern begründen müssen, ist das zu wenig.
Klausuren und Klassenarbeiten mit KI korrigieren
Die Korrektur ist der Bereich, in dem KI Lehrkräften die meiste Zeit sparen kann, und zugleich der heikelste. Hier geht es nicht um einen Entwurf, den Sie ohnehin überarbeiten, sondern um eine Bewertung mit Folgen für Ihre Schülerinnen und Schüler.
Warum fobizz seine KI-Korrektur abgeschaltet hat
Wie ernst das Problem ist, zeigt ein Schritt von fobizz: Am 2. August 2026 hat die Plattform ihre Funktionen KI-Korrektur und KI-Feedback standardmäßig abgeschaltet (öffnet sich in einem neuen Tab). Die Begründung: „Bei gleicher Eingabe, gleichen Kriterien und wiederholter Auswertung liefern Sprachmodelle unterschiedliche Bewertungen.“ Schulen können die Funktionen bewusst wieder aktivieren. fobizz empfiehlt, Chatbots stattdessen für vorbereitende Aufgaben zu nutzen, etwa um Bewertungskriterien und Erwartungshorizonte zu formulieren.
Die Diagnose ist richtig: Ein einzelner Aufruf eines Sprachmodells liefert keine reproduzierbare Note. Daraus folgt aber nicht, dass KI für die Korrektur ungeeignet ist. Es folgt, dass ein Korrekturwerkzeug anders gebaut sein muss als ein Chatbot.
Fünf Kriterien für eine gute KI-Korrektur
- Konsistenz: Dieselbe Arbeit muss bei wiederholter Bewertung dieselbe Note erhalten, und zwar nicht nur in der Gesamtnote, sondern in jedem einzelnen Kriterium.
- Ihr Erwartungshorizont: Das Tool bewertet Kriterium für Kriterium entlang Ihres Bewertungsrasters statt nach einem allgemeinen Gesamteindruck.
- Belege: Jede Einschätzung verweist auf konkrete Stellen in der Arbeit, damit Sie sie in Sekunden prüfen können.
- Sie entscheiden: Die KI macht einen Vorschlag, die Note legen Sie fest.
- Datenschutz: Es gibt einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV), Einreichungen werden nicht zum Training von KI-Modellen genutzt, und Sie können Arbeiten pseudonymisiert hochladen.
Der Drei-Durchläufe-Test
Bevor Sie einem Korrektur-Tool vertrauen: Lassen Sie eine Arbeit, die Sie selbst schon korrigiert haben, dreimal mit identischen Vorgaben bewerten. Weichen die Noten voneinander ab, ist das Tool für die Notengebung nicht geeignet, egal wie überzeugend die Begründung klingt.
So korrigiert MarkInMinutes
MarkInMinutes ist für genau diese Aufgabe gebaut. Statt eines einzelnen Modellaufrufs analysieren mehrere spezialisierte KI-Durchgänge (Artikel auf Englisch) jede Abgabe: Sie werten die Dokumente aus, gleichen Belege ab, kalibrieren die Bewertung und formulieren Feedback. In unserem Benchmark vom Februar 2026 erhielt dieselbe Arbeit bei MarkInMinutes in 93,8 % der wiederholten Bewertungen exakt dieselbe Notenstufe, auf Ebene der einzelnen Kriterien in 94 %. Der Benchmark umfasste acht Hochschul-Abgaben mit je drei Durchläufen pro Tool.
So läuft eine Korrektur ab:
- Bewertungsraster festlegen: Laden Sie Ihren Erwartungshorizont hoch oder erstellen Sie ihn mit dem kostenlosen KI-Generator für Bewertungsraster.
- Arbeiten hochladen: PDF, Word, PowerPoint und Excel werden direkt verarbeitet. Handschriftliche Arbeiten fotografieren oder scannen Sie; die Texterkennung wandelt sie um, und Sie prüfen die Abschrift, bevor bewertet wird.
- Vorschlag prüfen: Sie erhalten für jedes Kriterium eine Einschätzung mit Belegstellen aus der Arbeit sowie ausformuliertes Feedback für die Schülerin oder den Schüler.
- Note festlegen: Sie passen an, was Sie anders sehen, und entscheiden.
Zum Testen erhalten Sie bei der Registrierung zwei kostenlose Bewertungen. Danach kaufen Sie Pakete ohne Abo, zum Beispiel 25 Bewertungen für 69 € (rund 2,76 € pro Arbeit); alle Pakete finden Sie auf der Preisseite. Zum Datenschutz: Einreichungen werden nicht zum Training von KI-Modellen verwendet, ein AVV ist Bestandteil der Nutzungsbedingungen, und die Verarbeitung erfolgt über Sprachmodelle von Anthropic (mit Google Gemini als Ausweichanbieter). Dabei können Daten auf Grundlage von Standardvertragsklauseln in die USA übermittelt werden; Details stehen in der Datenschutzerklärung. Unsere Empfehlung gilt deshalb auch für MarkInMinutes: Ersetzen Sie Namen vor dem Hochladen durch Kürzel.
Weitere spezialisierte Anbieter
Der Markt für KI-Korrektur wächst. Neben MarkInMinutes bieten unter anderem KIrrektur, zengrade und Cornelius die Korrektur von Klassenarbeiten mit KI an, teils mit Schwerpunkt auf handschriftlichen Arbeiten. Prüfen Sie jedes dieser Tools, auch unseres, mit den fünf Kriterien und dem Drei-Durchläufe-Test.
Rechtlicher Rahmen: Was Lehrkräfte 2026 wissen sollten
Die Note bleibt Ihre Entscheidung
Die Bildungsministerkonferenz hat in ihrer Handlungsempfehlung zum Umgang mit KI (öffnet sich in einem neuen Tab) vom Oktober 2024 festgehalten, dass Letztentscheidung und Verantwortung beim Menschen liegen. Wie weit KI bei der Korrektur gehen darf, wird weiter diskutiert: Die FDP-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag schlug im Frühjahr 2026 vor, Klausuren künftig im Regelfall KI-gestützt zu korrigieren, mit der Lehrkraft als letzter Instanz. Der Philologenverband widersprach laut News4teachers (öffnet sich in einem neuen Tab): „Die abschließende Bewertung von Leistungen und insbesondere die Notenvergabe müssen jedoch uneingeschränkt in der Hand der Lehrkraft bleiben.“
Für Ihren Alltag heißt das: KI darf vorbereiten, vorschlagen und begründen. Die Note setzen Sie.
Datenschutz: Schülerarbeiten sind personenbezogene Daten
Klausuren enthalten Namen, Leistungen und oft persönliche Inhalte. Nutzen Sie deshalb nur Werkzeuge, die Ihre Schule freigegeben hat und mit denen ein Auftragsverarbeitungsvertrag besteht. Ersetzen Sie Namen vor dem Hochladen durch Kürzel. Das kostet wenig Zeit und senkt das Risiko deutlich.
EU AI Act: Bewertung von Lernergebnissen ist Hochrisiko
Die europäische KI-Verordnung (öffnet sich in einem neuen Tab) stuft KI-Systeme, die Lernergebnisse bewerten sollen, in Anhang III Nr. 3 grundsätzlich als Hochrisiko-Systeme ein. Die zugehörigen Pflichten, etwa Risikomanagement, technische Dokumentation und menschliche Aufsicht, gelten nach der im Juni 2026 beschlossenen Verschiebung durch den sogenannten Digital Omnibus ab dem 2. Dezember 2027 statt ab August 2026. Sie richten sich vor allem an die Anbieter solcher Systeme, betreffen über die Pflicht zur menschlichen Aufsicht aber auch Schulen, die sie einsetzen.
Kein Rechtsrat
Dieser Abschnitt gibt einen Überblick, keine Rechtsberatung. Verbindlich sind die Vorgaben Ihres Bundeslandes, Ihres Schulträgers und Ihrer Schulleitung.
Kann KI Lehrer ersetzen?
Nein. KI kann Routinearbeit übernehmen: den ersten Entwurf eines Arbeitsblatts, eine Differenzierungsidee, einen Korrekturvorschlag mit Belegen. Was sie nicht übernehmen kann, ist das pädagogische Urteil, die Kenntnis Ihrer Klasse, die Beziehung zu Ihren Schülerinnen und Schülern und die Verantwortung für die Note. Realistisch ist nicht, dass KI Lehrkräfte ersetzt, sondern dass sie ihnen Zeit zurückgibt: für Unterricht, für Gespräche und für freie Wochenenden.
In fünf Schritten zur KI-gestützten Korrektur
- Erwartungshorizont schärfen: Je konkreter Ihre Kriterien und Punkte, desto besser die Vorschläge. Unser Generator für Bewertungsraster liefert einen ersten Entwurf.
- Arbeiten pseudonymisieren: Ersetzen Sie Namen durch Kürzel und führen Sie die Zuordnung selbst.
- Mit einer Stichprobe starten: Lassen Sie drei bis fünf Arbeiten bewerten, die Sie schon korrigiert haben, und vergleichen Sie die Ergebnisse.
- Vorschläge kritisch prüfen: Gehen Sie die Belegstellen durch und korrigieren Sie, wo Sie anders urteilen. Die Note legen Sie fest.
- Feedback weitergeben: Das ausführliche Feedback pro Kriterium ist oft der größte Gewinn. Ihre Schülerinnen und Schüler erfahren genau, was gelungen ist und woran sie arbeiten sollten.
Fazit
Die beste KI für Lehrer gibt es nicht, wohl aber das passende Werkzeug für jede Aufgabe. Für Vorbereitung und Material ist das kostenlose Angebot Ihres Bundeslandes die erste Wahl. Für die Korrektur zählen Konsistenz, Belege und Ihr Erwartungshorizont, und die Note bleibt in Ihrer Hand.
Möchten Sie sehen, wie KI-gestützte Korrektur in der Praxis aussieht? Registrieren Sie sich kostenlos und testen Sie MarkInMinutes mit zwei kostenlosen Bewertungen an Ihren eigenen Arbeiten.
Geschrieben von
Das Team hinter MarkInMinutes – wir entwickeln KI-gestützte Bewertungswerkzeuge für Lehrkräfte weltweit.
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